Da schaue ick mir GRIPs "Det sucht nach Standuhren an" und denke, Mensch, ick habn Déja-vu, det is ja wie mein Automentor Blog damals...
Mitte 2006 startete ich einen Blog namens automentor.org / automentor.wordpress.com, seit kurzem vermählt an dieser Stelle mit automental.com. Die Idee war/ist per Blog eine Art Tagebuch für die Auftragssuche nach Gebrauchtwagen zu starten. Der erste "Auftrag" war ein Auto mit bequemen hohem Einstieg unter €10.000, aber bitte keinen Mercedes, BMW, Volvo, Kombi, Van oder Bus. Er führte zu dem Kauf eines Renault Vel Satis und eine Reihe von Blogposts beschrieben den Weg dorthin. Jeder Fahrzeugtyp wurde genauestens unter die Lupe genommen, mit Verweisen zu Diskussionsforen, Fahrzeugbewertungen, Gebrauchtwagenchecks usw.
Der Unterschied von Automentor zum normalen Ratgeber ist der Weg zum Kaufentscheid, der nach sehr subjektiven Auftragskriterien verläuft und dem Leser locker, und auch mal provokant Ideen vermittelt. Es geht nicht darum ob ein Auto per se besser ist als ein anderes, sondern um die Abwägung des Geschmacks, der Wünsche und der Kosten. Für mich war Automentor ein Versuch, einen ambitionierten Blog zu starten, und dies mit einem anderen Hobby zu verbinden.
Automentor stiess in eine Lücke und wurde ziemlich beliebt, aber der Aufwand für mich war zu hoch. Um mich per Werbung zu ernähren, hätte ich noch erheblich mehr Zeit reinstecken müssen. Von den Aufträgen zu leben ist schwierig, denn Interesse bestand hauptsächlich bei Käufern von Gebrauchtwagen unter 10.000 Eur. In dem Bereich ist es schwierig eine lukrative Provision zu nehmen ohne das man selber zu einem Gebrauchtwagenverkäufer wird. Ausserdem bin ich weder Mechaniker noch Experte.
Und nun Det!
Nach den vielen Werkstatt, Tuning, Gebrauchtwagenverkäufer Soaps, Dokus und Realityshows gibt es nun endlich eine recht unterhaltsame Dokushow eines Experten der auf Auftragssuche geht - in der Sendung GRIP auf RTL2.
Und zwar Suchaufträge für Billigkisten. Über Youtube gefunden, habe ich mir immer wieder ein paar Episoden angeschaut. Det (eigentlich Detlev Müller) trifft sich mit der "Auftraggeber/in". Dort kriegt er ein Budget und ein paar Wünsche mit auf dem Weg. Das Interessante ist, dass die Aufträge immer Raum für Alternativen lassen. Klingt irgendwie bekannt oder?
Dann klappt Det sein Laptop auf und telefoniert. Anschliessen fährt Det los, und nimmt 3 Kandidaten unter die Lupe, fährt Probe und handelt jeweils einen Preis aus, sollte sich der Käufer für den Wagen entscheiden. Dieser Part erinnert ein bisschen an die netten WheelerDealers, eine Discovery Channel Show aus England. Bei WD geht ein "Dealer" (Mike Brewer) auf die Suche nach einem rotten Gebrauchten, kauft die Karre, und übergibt sie dem "Mechanic" (Edd China), der das Aschenputtelauto aufbereitet. Wenn Edd fertig ist, verscherbelt der Dealer Mike am Ende das aufgehübschte Stück "für einen Profit". Den besten Deal machen bei WD die Käufer, denn die Zeit, die der Mechaniker in das Auto steckt, wird nie berechnet und anders als bei PimpMyDing macht er ganze Arbeit. ). Sucht bei youtube.com oder streetfire.net nach Wheeler Dealers.
Zurück zu GRIP - Det hat immer einen coolen, reimenden Spruch auf Lager und scheint offenkundig vom Fach. Er weiss immer sehr genau, wo die Schwachstellen sind. Ein paar Folgen kann man dies kritiklos hinnehmen, vor allem wenn es um Allerweltautos geht. Bei ausgefallenen Typen bedeutet diese profunde Auskunft in ein paar Filmworten eine sehr intensive Recherche, auch bei einem Experten wie Det. Das kenne ich noch von Automentor und dass hieß für mich viele Stunden surfen, lesen und klicken. Natürlich hat so eine Sendung dafür Leute, die nichts anderes machen und, klar, Det ist mit Sicherheit kein Anfänger...
Und dann kam die Folge "Standuhren"
(Grip Episode 96 auch hier) Der "Auftraggeber" ist Händler von... Standuhren. Der "Auftrag" ist ein Luxusauto für ca 10.000EUR, speziell eines von denen, die beim Händler auf dem Hof kleben - "Standuhren" eben. Sofort dachte ich an einen Vel Satis wie bei meiner Automentorsuche. Und Peng, das erste getestete Fahrzeug war ein grauer Vel Satis. Wow, zwar ein Diesel, aber so viele gibt es eben nicht auf dem Markt. Klar war auch, Det mag den Vel Satis, obwohl er getreu dem Schema der Sendung das Äußere Det-typisch kritisierte. Insgesamt erinnerten mich die Ausführungen von Det über den Vel Satis doch sehr an meine Automentorartikel. MMmm. Zufall? Inspiration? Weitere Kandiaten waren ein Lancia Thesis und ein Lexus LS460, wobei letzterer "gewann".
Mit all den Erinnerungen an Automentor musste ich auch wieder an meine ersten Überlegungen beim Anschauen von Dets Sendung denken: Kann jemand wie Det unabhängig von den Fernseheinnahmen tatsächlich von so einer Beratung leben? So wie von GRIP gefilmt, eigentlich nicht. Die Kunden schienen auch ein bisschen gestellt zu sein. Ist der Auftrag echt, oder hat sich die Showcrew erstmal den Auftrag zurechtgeschrieben? Klar, die Szenen sind gestellt und gefilmt, also ist ein Kamerateam natürlich schon da wenn Det beim Verkäufer "anrollt". Aber es geht um Authenzität.
Vel Satis, Autosuche, Gebrauchtwagen, ungewöhnliche Auswahl, witzige Kriterien, Mischung von Meinung, Vorlieben und Fakten, Auftrag mit Budget "unter zigtausend"? Déjà vu irgendwie...
Tips: Eine Suche nach einem Wagen mit bequemen Einstieg, aber bitte keinen Van? Oder wie wärs mit einem Sportkombi unter 17,500?... ich hätte noch ein paar mehr :-)
Grüße auch an Euch, liebe Leser der Grip-Redaktion :-)

0 comments:
Post a Comment